Die Videosprechzeit und Videobehandlung

Die Videosprechzeit und Videobehandlung

Neben der Präsenzbehandlung in den Praxisräumen steht hier auch die Videosprechzeit für die Behandlung zur Verfügung.

Grundsätzlich ist die Videobehandlung geeignet, wenn eine psychotherapeutische Behandlung im unmittelbaren Kontakt mit erheblichen Hürden verbunden ist. Beispielsweise aufgrund einer schweren körperlichen Erkrankung. Auch gibt es Kontraindikationen für eine Videobehandlung.Beispielsweise bei einer (störungsbedingten) hohen Impulsivität und der Gefahr der plötzlichen, nicht abgesprochenen, Beendigung der therapeutischen Videositzung durch die Patientin oder den Patienten.

Es kann sein, dass auch bei ausdrücklichem Wunsch nach einer Videobehandlung diesem nicht entsprochen werden kann. Besonders ist darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich immer die Möglichkeit der Behandlung durch den persönlichen Kontakt in der Praxis besteht. Die Videobehandlung kann nur mit beidseitiger freiwilliger Einwilligung erfolgen. Dabei ist auf die eingeschränkte (gegenseitige) Wahrnehmung der Gesprächspartner hinzuweisen.

Eine Videobehandlung darf nur über eine sichere Datenverbindung durch einen zertifizierten und sicheren Videodienstanbieter erfolgen.

In dieser Praxis wird der zertifizierte Videodienstanbieter „Arztkonsultation“ genutzt. Dieser ist von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zugelassen. Der Videodienstanbieter „Arztkonsultation“ gewährleistet, dass durch das Programm weder Video- noch Audiomitschnitte möglich sind. Auch sind dem Patienten und der Patientin sowie dem Therapeuten / der Therapeutin Audioaufnahme und/oder Videoaufzeichnung auf das Strengste untersagt. Während der Videobehandlung muss die Vertraulichkeit des Gesprächs durch einen geschlossenen Raum (ohne Störgeräusche) gesichert sein. Es ist auch sicherzustellen, dass nicht andere Personen im Raum das Gespräch in der Videobehandlung mitschneiden. Zudem muss zu Beginn einer jeden Videositzung – auf beiden Seiten – jede Personen, die sich im Raum befinden, vorgestellt werden (z. B. bei Einbeziehung von Bezugspersonen). Eine zweifelsfreie Identifikation muss gewährleistet sein, z. B. durch das Vorzeigen der elektronischen Gesundheitskarte.

Zudem ist eine angemessene Therapieüberwachung durch Präsenzsitzungen in der Praxis mit einem unmittelbaren Kontakt erforderlich (z. B. bei Symptomverschlechterung, sowie in regelmäßigen Abständen). Hierfür werden Häufigkeit und der zeitliche Abstand für die Präsenzsitzungen vereinbart. Weiter ist vorab zu klären, wie mit technischen Störungen und einer Unterbrechung umzugehen ist („Wie kann wieder Kontakt aufgenommen werden?“). Besonders bedeutsam ist es auch, eine zusätzliche Vereinbarung für mögliche Krisen zutreffen. Es ist auch ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass trotz aller umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen keine 100-prozentige Datensicherheit gewährleistet werden kann.

Um eine Videobehandlung durchzuführen, ist eine schriftliche Einwilligung unabdingbar. Diese kann jederzeit widerrufen werden. Die Vorteile einer Videobehandlung sind eine erhöhte Flexibilität und eine bessere Integrierbarkeit in den Lebensalltag. Nachteile sind das Gefühl der Abhängigkeit von einem Videoanbieter und das Fehlen des aktiven persönlichen Kontakts.


In Kürze was Sie wissen sollten:  

Freiwilligkeit und Einwilligung. Die Teilnahme an einer Videobehandlung ist freiwillig. Für die Durchführung ist das schriftliche Einverständnis erforderlich.

Keine Aufzeichnung der Videobehandlung. Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, Videobehandlungen aufzuzeichnen – weder von Ihnen noch von Ihrem Psychotherapeuten / Ihrer Psychotherapeutin, noch von einem Dritten.

Worauf sollten Sie achten? Während der Videobehandlung sollten Sie sich in einem geschlossenen Raum aufhalten. Für die Behandlung sollten Sie ausreichend Zeit einplanen und dafür sorgen, dass Sie während der Behandlung nicht gestört werden. Andere sollten nicht mithören können was Sie sagen. Damit Sie gut zu erkennen sind, sollten Sie auf eine ausreichende Beleuchtung achten.

Welche Technik wird benötigt? Sie brauchen einen PC, Laptop oder ein größeres Tablet. Ein Smartphone reicht nicht aus! Ihr Computer muss neben einem Bildschirm über eine Kamera, ein Mikrofon und einen Lautsprecher verfügen. Sie brauchen keine spezielle Software. Ein gängiger Internetbrowser ist ausreichend. Wichtig ist eine Internetverbindung mit der eine Videoübertragung möglich ist. Ihr Computer sollte durch ein Virenschutzprogramm geschützt sein.

Wie funktioniert die Videobehandlung? Für eine Videobehandlung rufen Sie über Ihren Browser eine spezielle Internetseite auf mit der sich beide Gesprächspartner sehen können. Für solche Internetprogramme gibt es zertifizierte Anbieter. Deren Programme müssen besonders strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen.